Mögliche Therapiearten für Rückenbehandlungen

Therapiearten für Rückenbehandlungen

Physiotherapie

Etwa 90 Prozent der Rückenschmerzen sind zwar unangenehm, aber noch keine Gefahr und verschwinden innerhalb weniger Tage wieder. Wenn die Rückenschmerzen jedoch länger als zwei Wochen anhalten und häufiger auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und etwas dagegen tun.

Leider gibt es nicht DIE Methode, die Rückenbeschwerden sicher verhindern oder beheben kann. Die Physiotherapie wendet daher bei Rückenschmerzen eine Kombination aus verschiedenen aktiven und passiven Behandlungsbausteinen an.

Vor der Behandlung prüft der Therapeut, wie beweglich Ihre Gelenke, wie stark Ihre Muskeln sind und welche Schonhaltung Sie einnehmen. So kann er dauerhaft verspannte Muskelpartien (Triggerpunkte) erkennen, die an anderen Körperstellen Schmerzen auslösen.

Im aktiven physiotherapeutischen Ansatz lernen Sie praktische Übungen zur Stärkung Ihrer Rücken- und Rumpfmuskulatur und zur Korrektur von Fehlhaltungen. Verkürzte und verspannte Muskeln, die Schmerzen verursachen, werden durch Rückengymnastik gedehnt und trainiert. Durch ein eingebautes Faszientraining lassen sich die Gewebefasern der Muskeln sehr gut lösen. Mit Übungen der progressiven Muskelentspannung stellen Sie das Gleichgewicht zwischen Muskelanspannung und -entspannung wieder her.

Zur Unterstützung der aktiven Physiotherapie, werden häufig auch passive therapeutische Anwendungen durchgeführt. Hierzu gehören neben einer medikamentösen Behandlung bei akuten Rückenschmerzen insbesondere die Akupressur und Akupunktur. Auch hier werden durch Fingerdruck oder feinen Nadelstichen Muskelverspannungen aufgelöst und physiologische Prozesse ausgelöst. Eine Wärmebehandlung mit Fangos, Wärmepflaster oder Schmerzgelen führt zu einer besseren Durchblutung und wirkt sich schmerzlindernd aus.

Welche Kombination von Anwendungen im Einzelfall Fall sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Therapeuten abklären. Langfristig ist es wichtig, ein angepasstes Bewegungskonzept in Ihren Alltag zu integrieren. Je regelmäßiger Sie Ihren Rücken trainieren und Freude an Bewegung haben, desto besser! Dadurch tragen Sie maßgeblich dazu bei, Rückenschmerzen zu verringern und langfristig zu beseitigen.

Rückengymnastik

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, sollten Sie sich nicht mit Ihrer eingeschränkten Mobilität abfinden. Im Gegenteil: bewegen Sie sich so gut wie möglich! Dadurch lockern Sie Ihre verspannte Muskulatur auf und fördern die Durchblutung. Durch eine Schonhaltung verspannt sich ihre Muskulatur nur noch mehr und Ihre Rückenschmerzen verstärken sich. Wenn Sie akute Rückenschmerzen haben, sollten Sie sich zunächst nur eine moderate Bewegungstherapie zumuten. Probieren Sie aus, was Ihrem Rücken gut tut. Beispielsweise empfinden viele Rückenschmerz-Patienten Schwimmen oder Spazierengehen als wohltuend. Je früher Sie dem Teufelskreis aus Schonhaltung, zunehmender Verspannung und Schmerzen entgegenwirken, desto besser – bevor Ihre Schmerzen chronisch werden.

Rückengymnastik ist vor allem zur Prävention das beste Mittel gegen Rückenschmerzen. Lockern Sie mit Dehnübungen Muskelverspannungen, stärken Sie mit gezielten Übungen Ihre Rückenmuskulatur und mobilisieren Sie Ihre Wirbelsäule. Eine gestärkte Rückenmuskulatur reduziert bestehende Rückenbeschwerden und beugt weiteren Problemen vor.

Wir empfehlen regelmäßig etwas für einen gesunden Rücken zu tun und 2 bis 3 Mal die Woche geeignete Rückenübungen zu machen. Mit dem Online-Videokurs „Karlas Rückenschule“ in unserem Shop erhalten Sie alle 3 Tage neue Rückenübungen mit wechselnden Schwerpunkten. Diese regelmäßigen Übungseinheiten für zuhause sind eine perfekte Grundlage für einen gesunden Rücken ohne Schmerzen.

Zusätzlich sollten Sie etwaiges Übergewicht abbauen, um somit u. a. die Wirbelsäule zu entlasten.

Faszientraining für Rückenbehandlungen

Faszien sind dünne Bindegewebshüllen, die als Gewebefasern die Muskeln umgeben und der Aufrechterhaltung der Körperspannung dienen. Durch ihre dünne Struktur können sie jedoch verkleben, verdicken oder verdrehen. Dadurch schränkt sich die Beweglichkeit der Muskeln ein und durch das Einklemmen von Nerven können Schmerzen entstehen. Obwohl die Erforschung der Faszien erst begonnen hat, sind sich Experten sicher, dass Faszien und Muskeln die Hauptverursacher von Rückenschmerzen sind.
Durch Faszientraining lassen sich Faszien lösen, was bei akuten Rückenschmerzen unmittelbar schmerzlindernd wirkt. Zur Prävention sollte es in ein gesundes Rückentraining eingebaut werden. Bereits 10 bis 15 Minuten Faszientraining reichen aus. Allerdings sollten die Faszien alle drei Tage erneut gelöst werden, da sie recht schnell wieder verkleben. Beim Faszientraining werden die Faszien durch Dehnübungen, federnden Bewegungen und Massagen mit einer Faszienrolle stimuliert. Dies führt zur Lösung von Verklebungen, Verfilzungen und Verhärtungen der Faszien.

Progressive Muskelentspannung

Chronische Rückenschmerzen entwickeln sich oft aus Verspannungen der Rückenmuskulatur. Entsprechend sind Entspannungstechniken, wie die progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson, sehr vielversprechend. Denn gerade diese Entspannungstechnik stellt das gestörte muskuläre Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung wieder her.

Bei der Progressiven Muskelentspannung werden anfangs nacheinander gezielt alle großen Muskelgruppen 5 bis 7 Sekunden angespannt und 5 bis 30 Sekunden entspannt. Mit zunehmender Übung wird die Anzahl der Muskelgruppen reduziert, wodurch eine Übungseinheit nur noch 5 bis 10 Minuten dauert. Diese Techniken befähigen Sie, die Signale Ihres Körpers frühzeitig wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Ausserdem lernen Sie mit Stresssituationen besser umzugehen und zu bewältigen.

Medikamentöse Behandlung

Bei akuten Rückenschmerzen sollten Sie unbedingt Schonhaltungen vermeiden, da sie letztendlich nur zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führen. Daher kann es sinnvoll sein, für eine begrenzte Zeit Schmerzmittel einzunehmen. Meist sind das nicht-steroidale Antirheumatika wie beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Gegen schmerzhafte Muskelverspannungen können effektiv Muskelrelaxanzien (z. B. Methocarbamol) eingesetzt werden.

Zur äußeren Behandlung von Rücken-, Nacken- und Schulterverspannungen sind Wärmepflaster, Wärmflaschen und Schmerzgele sehr wohltuend. Sie spenden langanhaltende Tiefenwärme und fördern die Durchblutung. Allerdings ist Wärme bei Entzündungsprozessen gänzlich ungeeignet und würde diese sogar noch verstärken. Lassen Sie sich deshalb von ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Massage und Akkupunktur für Rückenbehandlungen

Massagen beseitigen zwar nicht die Ursache von Rückenschmerzen, sie lösen jedoch Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur. Das Kneten, Klopfen, Streicheln und Vibrieren macht die Muskeln weich und lockert sie. Der Muskeltonus wird dadurch gesenkt und die Durchblutung gefördert, was kurzfristig besänftigend und entlastend wirkt.

Besonders empfehlenswert ist die Hot Stone Massage, bei der der Rücken mit warmen Basaltsteinen massiert wird. Die ausstrahlende Wärme führt zu einer wohltuenden Entspannung der Rückenmuskeln und löst Blockaden auf körperlicher und energetischer Ebene.

Bei bestimmten Formen von Muskelverspannungen kann eine Massage allerdings auch schmerzhaft sein. In einem solchen Fall ist eine Massage kontraproduktiv, da sie weitere Verspannungen provoziert.

Bei der aus der chinesischen Medizin stammende Akkupunktur werden sehr dünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen. Diese sind wiederum durch Energieleitungsbahnen, sogenannte Meridiane, verbunden. Grundsätzlich sind es dieselben Punkte wie bei der Massage, können aber mit der Nadel viel genauer getroffen werden. Die Nadelstiche lösen physiologische Mechanismen aus, die den Schmerz überlagern. Akkupunktur ist als ergänzende Behandlung von chronischen Rückenschmerzen anerkannt und wird sogar von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Chirotherapie

Bei der Chirotherapie behandelt der Therapeut ausschließlich mit den Händen, um Muskeln, Gelenke und Teile der Wirbelsäule wieder bewegungsfähig zu machen. Ein erfahrener Therapeut kann mit seinen Händen Muskelverhärtungen und Wirbelfehlstellungen sicher erkennen. Zunächst wird durch Längs- und Querdehnung der Muskelfasern Druck auf die verhärteten Muskeln ausgeübt. Führt das zu keiner Besserung, sorgen schnelle und kontrollierte Handgriffe für eine reflexartige Lockerung der verspannten Muskulatur. Darüber hinaus zielen diese Manipulationstechniken auf einzelne Wirbelteile oder Gelenke ab, die geringfügig über das normale Maß hinaus bewegt werden. Dadurch lassen sich Blockaden der Wirbelgelenke und Muskeln lösen.

Die Chirotherapie ist in ihrer Wirksamkeit umstritten und darf nur von Ärzten und Heilpraktikern mit chiropraktischer Ausbildung ausgeführt werden.

Rückenschule

Unter Rückenschule versteht man das Erlernen von rückenschonenden Bewegungsablaufen und Körperhaltungen im Alltag. Diese seit vielen Jahren bewährten Methoden betreffen insbesondere das rückengerechte Sitzen, Stehen, Heben und Tragen zur Vorbeugung und Behandlung von Rückenschmerzen.

Dazu gehören vor allem auch Rückengymnastik zur Stärkung der Rücken- und Rumpfmuskulatur sowie Methoden zur Entspannung. Gezieltes Rückentraining und Entspannungstechniken sind zwar effektiv, müssen aber konsequent praktiziert werden, damit sie erfolgreich sind.

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